An der diesjährigen Hauptversammlung diskutierte der Feldschützenverein Eichberg lange über die Zukunft des Schiessstands Chapf. Mit 13 zu 8 Stimmen und einer Enthaltung wurde beschlossen, dem Gemeinderat zu empfehlen, nicht mehr weiter in den Stand zu investieren.

 

 

Um den Schiessstand auch nach 2020 weiter zu betreiben, müsste ein Kugelfangsystem installiert werden, welches verhindert, dass weitere bleihaltige Projektile in den Boden gelangen.

Die Altlastensanierung muss zwar so oder so durchgeführt werden. Was sie kosten wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Boden ausgehoben und spezialentsorgt werden muss. Die Bandbreite der Kostenschätzung reicht von 72’000 bis 360’000 Franken. Davon würde der Bund pauschal 48’000 Franken (8000 Franken pro Scheibe) übernehmen.

Wird der Stand weiterbetrieben, muss er allerdings umfassend erneuert werden. Im Besonderen ist die Trefferanzeige in die Jahre gekommen und funktioniert nicht mehr immer so zuverlässig, wie sie sollte. Allein der Einbau einer neuen Trefferanzeige kostet um die 90’000 Franken. Mit der Erneuerung der übrigen Infrastruktur dürfte die Standerneuerung insgesamt um die 220’000 Franken kosten, gibt Vereinspräsident Marco Räss zu bedenken.

Nachdem schon an den Hauptversammlungen der Vorjahre über die Zukunft des Vereins und des Schiessstandes diskutiert worden war, haben die Feldschützen Eichberg nun einen Grundsatzentscheid gefällt. Sie empfehlen dem Gemeinderat, nebst in die vorgeschriebene Altlastensanierung am Kugelfang nicht mehr weiter in den Stand zu investieren und diesen aufzuheben. Dies hätte auch zur Folge, dass sich die Gemeinde bei einem der benachbarten Gemeinschaftsstände einkaufen müsste.

Der Entscheid ist schwergefallen und auch nicht einstimmig gefasst worden. Es gab durchaus Stimmen, die appellierten, am Stand festzuhalten, weil sonst dem Dorf ein weiteres Angebot und ein weiteres Stück Dorfleben verloren geht.

Dem stehen allerdings nicht allein die Kosten gegenüber. Der Verein ist eher klein. Die letzten Jahre schoss von den 27 Mitgliedern lediglich noch gut ein Dutzend Schützinnen und Schützen das vollständige Jahresprogramm. Neumitglieder gab es die letzten Jahre keine mehr. Auch Jungschützenkurse sind zuletzt nicht mehr zustande gekommen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Mitgliederzahl mittelfristig weiter zurückgehen wird und es damit auch zunehmend schwieriger wird, genügend Funktionäre zu rekrutieren. Einzelne andere Vereine, die vor wenigen Jahren in derselben Situation waren, gibt es heute nicht mehr.

Hinzu kommt, dass es keine Zufahrt zum Stand gibt und dieser entsprechend aufwendig im Unterhalt ist. Aus demselben Grund ist auch ein Schützenfest zur Aufbesserung der Vereinskasse nur mit enormem Aufwand durchführbar.

Aus diesen Gründen stimmten von den 22 Vereinsmitgliedern, die an der Versammlung teilnahmen, 13 für die Aufhebung des Standes. Lediglich acht sprachen sich dafür aus, am Stand festzuhalten. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

Folgt der Gemeinderat der Empfehlung des Vereins, würde sich die Gemeinde bei einer der Gemeinschaftsschiessanlagen in der Nachbarschaft, entweder in Altstätten oder in Oberriet, einkaufen, wo dann die Eichberger Schiesspflichtigen ihr Bundesprogramm schiessen können.

Jener Schiessstand würde dann auch zum Heimstand des Feldschützenvereins Eichberg. Denn auch bei einer Aufhebung des Schiessstands Chapf wird der Verein weiterbestehen. Der aktuelle Vorstand stellte sich geschlossen für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung. Er wurde einstimmig bestätigt und sein Engagement mit Applaus verdankt.

 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 06. Juni 2018 um 22:21 Uhr )